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Lachen hält den Körper fit!
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Jeder, der sich selbst häufig mit düsterer Miene ertappt, sollte sich jedoch bewusstmachen, dass es gut tut, öfter mal zu lächeln. Diese Erkenntnis nutzen inzwischen sogar Mediziner und Therapeuten. Ein Beispiel: Brigitte K. aus Nunningen hatte vor zwei Jahren einen schweren Motorradunfall. Sie kämpft mit zeitweiligen Depressionen, und weiß, dass sie ihr Leben mit Dauerschmerzen verbringen muss. Doch Medikamente will sie möglichst keine nehmen. Brigitte K. geht deshalb seit einiger Zeit in einen therapeutischen Workshop, in dem der Humor als Mittel eingesetzt wird. «Jeder sucht, wenn er solche Schmerzen hat, nach einem Weg, damit umzugehen.»
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Seither haben zahlreiche Wissenschafter versucht, dem Lachen auf die Spur zu
kommen. So stellte der kalifornische Physiologieprofessor William Fry zunächst
fest, dass intensives Lachen vor allem ein Phänomen des Atmens ist und einem
Atemtraining gleichkommt. Dabei öffnen sich die Bronchien, der Kreislauf wird
angeregt, was zu besserer Durchblutung führt. An der Loma-Linda-Universität in Kalifornien konnte vor fünf Jahren bewiesen werden, dass während des Lachens die so genannten T-Zellen, bestimmte im Körper vorhandene Lymphozyten, aktiver werden. «In einer neuen Untersuchung», sagt Lee Berk, Professor für Neuroimmunologie an der Loma-Linda-Universität, «konnten wir zeigen, dass beim Lachen nicht nur die Aktivität der T-Zellen größer wird, sondern auch deren Anzahl.» Das ist um so bedeutsamer, als diese T-Zellen die Funktion von «Killerzellen» haben: Sie schützen unser Immunsystem und «jagen» im gesunden Körper gewisse Typen krankheitserregender Zellen, darunter jene, die Krebs-, Tumor- oder gar Aids auslösen können. Während Lachen in erster Linie für den Körper gesund ist, drückt der Humor eine optimistische Haltung dem Leben gegenüber aus, die erlernt werden kann. Amerikanische Psychologen begannen deshalb, den Humor als Mittel in ihren Psychotherapien einzusetzen. Frank Farrelly, Professor für Psychiatrie an der Wisconsin-Universität, begründete schon vor zwanzig Jahren die so genannte Provokative Therapie, die das befreiende Lachen in der Psychotherapie gesellschaftsfähig machte. Heute gibt er in vielen Ländern Workshops. In den USA und England hat sich die Humortherapie längst etabliert. In Deutschland bezieht Michael Titze Humortechniken in seine Therapie mit ein, in München gibt es seit 1988 das Deutsche Institut für Provokative Therapie, das ebenfalls mit dem Humor arbeitet. Der in Zürich tätige Psychotherapeut Peter Hain, der mit Farrelly in der Schweiz Workshops durchführt, sagt: «Ein Ziel der Psychotherapie ist es, dass der Klient lernt, eine positive Einstellung zu haben, und dazu dient auch der Humor.» Hain ist hierzulande einer der wenigen, welcher dem «therapeutischen Humor» bejahend gegenüberstehen. Franz Brander vom Schweizer Psychotherapeuten-Verband dagegen äußert sich skeptisch: «Humor ist nur am Rande psychotherapeutisch wirksam, man kann nicht einfach Probleme weglachen.» Immerhin aber arbeiten die ebenfalls psychoanalytisch ausgerichteten Kollegen in Amerika sehr wohl mit dem Humor. Rod A. Martin, Professor für Psychologie an der Universität von Ontario: «Wir haben klar festgestellt, dass Leute mit einem höheren Humorverständnis weniger verhaltensgestört sind.» Diese Erkenntnis hat sich in der Schweiz noch nicht durchgesetzt. In einzelnen amerikanischen Spitälern ist vermehrt eine fröhliche Stimmung eingezogen, denn Wohlbefinden fördert bekanntlich die Genesung. Als Clown kostümierte Ärzte behandeln in einigen Spitälern New Yorks und Ottawas kranke Kinder, um sie auf zumuntern. Therapeutisch weitergebildete Clowns besuchen in französischen Spitälern bettlägerige Knaben und Mädchen, um sie zum Lachen zu bringen. Der Erfolg ist so groß, dass die Fondation de France und das Gesundheitsministerium das Projekt aktiv unterstützen. Joachim Fischer, Oberarzt an der Intensivstation des Kinderspitals in Zürich, begrüßt solche Initiativen. Wenn ein Kind wieder lächeln könne, gehe es ihm sicher schon ein wenig besser. Eigentliche «Lachärzte» sind in der Schweiz aber noch nicht tätig. In unseren Krankenhäusern ist die Stimmung sowieso meist nicht besonders heiter. Immerhin wurde Michael Titze von der Krankenpflegerschule in Basel angefragt, im November einen Workshop zum Thema Humor im Spital durchzuführen. Was kann er da an einem Tag sagen? «Zum Beispiel, dass man, wie in Amerika üblich, einen Gelächterwagen mit lustigen Büchern, einem Lachsack und ähnlichem für die Patienten anschaffen oder dass das Pflegepersonal statt der fürchterlichen weißen Kluft buntere Kleidung tragen sollte.» Bereits kleine Dinge würden den sterilen Spitalalltag etwas erträglicher gestalten, meint Titze. Lachen und Humor liegen in Amerika bei Psychologen und Ärzten im Trend. In Europa hat sich noch relativ wenig getan. Der deutsche Geriatriepsychiater Rolf D. Hirsch bedauert denn auch, dass der Humor als «erlernbare Behandlungsstrategie weder in der Schule noch an den Universitäten oder während der Facharztausbildung» gelehrt wird. «In den nächsten Jahren wird sich vieles radikal ändern», meint Michael Titze. Er hat soeben ein neues Buch verfasst, das «Die heilende Kraft des Lachens» zum Thema macht. Vielleicht schaffen es solche Publikationen mit der Zeit, Lachen sogar bei den Männern vermehrt in Mode zu bringen. Eine im August veröffentlichte Studie des Berufsverbandes Deutscher Psychologen (BDP) hat nämlich gezeigt, dass Männer «mehr als doppelt so häufig die "billige" Imitation des Lächelns» zeigen als Frauen. |
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Täglich 5 Minuten Facebuilding für die gute Laune.
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